Textversion
Themen der Zeit

Themen der Zeit

Tabubruch: Sprit aus der Nahrungsmittelkette

Unsere Weltgemeinschaft schien mit ihrem Ziel, die extreme Armut bis 2015 halbieren zu können,
auf einem guten Weg. Doch seit Monaten schnellen die Lebensmittelpreise auf den Weltmärkten
derart nach oben, dass sich Familien in meist südlichen Ländern der Erdkugel das tägliche Brot
nicht mehr leisten können. Prognosen zu Folge wird sich global eine Preiserhöhung für Getreide,
Nahrungs- und Futtermittel von 50% mittelfristig einpendeln. Die Ursachen dafür sind mehrschichtig:

1. Nahrungsmittel sind inzwischen zum Spekulationsgeschäft an den Börsen geworden. Drastisch
ausgedrückt verdienen diese Spekulanten am Hunger der Menschen.

2. Schwellenländer wie Indien oder China verzeichnen einen progressiv steigenden Bedarf an Fleisch
und damit verbunden auch an Futtermitteln.

3. Misswirtschaften in Diktaturen: Simbabwe ist ein Negativbeispiel dafür, wie sich eine einstige Korn-
kammer zu einem Importland herunterwirtschaften kann.

4. Die Industriestaaten haben mit ihrer Nahrungsmittel-Subventions-politik der Landwirtschaftsstruktur
in der Dritten Welt schwer zugesetzt. Viele Kleinbauern haben aufgeben müssen, da sich ihre Arbeit
nicht mehr lohnte.

5. Obwohl 854 Millionen Menschen unserer Erdbevölkerung hungern, werden in zunehmenden Maße
Nahrungs- und Futtermittel wie Zuckerrohr, Mais, Soja, Raps, Weizen und Roggen für die Treibstoffge-
winnung herangezogen. Ein Widerspruch, der die um Alternativen zu den immer knapper und teurer
werden fossilen Rohstoffen bemühten Politiker und Energiekonzerne einerseits und die Kirchen als
Verfechter ethnischer Prinzipien andererseits an den Rand einer Zereisprobe bringt. Mit diesem Punkt,
mit Schwerpunkt auf die Treibstoffgewinnung, wird sich der Bericht etwas ausführlicher beschäftigen.

Die Debatten um den Klimawandel mit einem Bemühen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes fördern
vehement die Gedanken zur allmählichen Abkehr von den fossilen Rohstoffen Erdöl, Kohle und Erdgas
hin zur Nutzung von pflanzlichen Produkten. Der Vorteil von Pflanzen ist, dass sie während ihres
Wachstums die Kohlenstoffe binden, die sie später bei ihrer Verbrennung oder Zersetzung wieder an
die Natur abgeben; ihre Klimabilanz ist also neutral. Dagegen werden bei der Verbrennung von den
fossilen Energieträgern belastende Stoffe an die Umwelt abgegeben, die die Erderwärmung voran-
treiben; sie haben den Prozess der Co2-Bindung während einer auf einen Zeitraum von Millionen
Jahren erstreckenden Ablagerung unter der Eroberfläche bereits hinter sich.

In politischer Umsetzung möchte die EU beim Treibstoff als ersten Schritt eine 10%-ige Beimischungs-
quote von Biosprit zu Benzin und zu Diesel durchsetzen (E10). Der Tagesverbrauch in Deutschland liegt
bei 94 Millionen Ltr. Diesel und bei 83 Millionen Ltr. Benzin. Selbst bei optimaler Flächennutzung
könnte Deutschland nur zu einer max. Selbsterzeugungsrate von 6,75% beitragen. Damit die Quote
E10 Aussicht auf Machbarkeit erhält, müssen sich Deutschland und die EU globale Zuliefermärkte er-
öffnen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mit Brasilien bereits ein Abkommen zur Lieferung von <Agrosprit>
getroffen. Bereits vor 30 Jahren haben diese Südamerikaner in Pionierarbeit damit begonnen, den Bio-
sprit Ethanol aus Zuckerrohr zu gewinnen. Brasiliens Agrargefüge kann den Eigenbedarf abdecken, die
Probleme beginnen aber mit der zunehmenden Nachfrage aus dem Ausland. Die nun in Übermaß be-
triebene Urwaldrodung und die Umwandlung von Äckern zu Treibstofffeldern geht zu Lasten der Klein-
bauern und der Umwelt.
Interessant ist ein Blick auf die Energiebilanz: Um die freigesetzte Energie von 1 Liter Benzin zu er-
halten, benötigt man 1,5 Liter Ethanol. Zur Ethanolgewinnung hat das Zuckerrohr die beste Effizienz;
dessen Energiebilanz ist um das 4-fache besser als die von Weizen und sogar um das 7-fache besser
als die bei Verwendung von Mais. Es sind vor allem die Nordamerikaner, die auf auf Triticale (Kreuzung
aus Weizen und Roggen), auf Mais und Soja setzen.
Nimmt man den günstigsten Erzeugerpreis für 1 Liter Ethanol als Parameter, taucht plötzlich ein weiter-
er Rohstoff an der obersten Skala des Rankings auf: Holz. Im Destillationsverfahren wird daraus Ethanol
und im so genannten Carbo-V-Verfahren wird Sun-Diesel gewonnen. Energieexperten erteilen diesem
Konzept jedoch eine klare Absage: Holz weist zur Wärmegewinnung einfach den besseren Energie-
wirkungsgrad auf und ist deshalb für den Tank regelrecht zu schade. Denn Holz ist zum Heizen eine
natürliche Alternative zu Öl, Kohle und zu Atomstrom aus Uran.
Bei der Gewinnung von Bio-Diesel aus Raps nimmt Deutschland inzwischen eine Vorreiterrolle ein. 2005
wurden, angebaut auf 1 Million Hektar, 1,5 Millionen Tonnen Rapsölmethylester gewonnen, dies ent-
spricht grob der Hälfte des E10-Bedarfs. Raps ist jedoch nur ein Energiespender der 1. Generation, das
Verhältnis von zugeführter zu abgegebener Energie ist unwirtschaftlich, die Zusammensetzung er-
schwert eine saubere Verbrennung und Abgasreinigung. Und dennoch gibt es zum Bio-Diesel aus Raps
z. Zt. noch keine echte Alternative.

Die Biokraftstoffgewinnung der zweiten Generation setzt auf eine Mehrfachnutzung von Pflanzenteilen,
die in der Landwirtschaft bisher als Abfall anfallen. Der Saft liefert den Alkohol (Sprit), Bakterien er-
zeugen Biogas zur Stromgewinnung und die verbliebene Masse soll noch als Viehfutter geeignet sein.
Bei diesem Konzept steht der Kraftstoff nicht mehr in unmittelbarer Konkurrenz zur Nahrungsmittel-
produktion und es entsteht keine ethnische Schieflage. Damit eröffnen sich Lichtblicke, dem größten
Tabubruch der Menschheitsgeschichte wieder zu entrinnen.
Hans Sponsel




Schöpfungslehre -- Evolutionstheorie

Die Entstehung unserer Erde mit allen Lebewesen und allen lebenserhaltenden Bedingungen wie Licht,
Wasser und Pflanzen rückt mehr und mehr in den Blickpunkt wissenschaftlicher Untersuchungen und
Forschungen, deren Erkenntnisse und Ideologien sich von der fundamentalen Schöpfungslehre
(Kreationismus) entzweigen.
Religiöse Menschen glauben mit Bezug auf die Bibel daran, dass die Erde mit all seinem Leben durch
eine Schöpferhand entstanden ist, und dass diese Hand auch noch fortwährend steuert und lenkt. Mit
Vertrauen auf das Neue Testament, in dem der Schöpfer in Jesus als Mensch mit Wundern gewirkt hat
und vom Tode auferstanden ist, ist der Glaube an die Allmacht Gottes tief begründet.
Dem gegenüber vertritt die wissenschaftliche Evolutionstheorie die Auffassung, dass die Erde und das
Leben aus dem Nichts und zufällig entstanden sind und dass sich alle Lebewesen ohne göttlichen Ein-
fluss durch Selektion und zufällige Genveränderungen auf den heutigen Stand weiterentwickelt haben.
Einige Biologen schließen die Wirkung Gottes in der Welt kategorisch und ohne wissenschaftliche Be-
gründung aus und bilden damit die Plattform einer atheistischen Bewegung mit Auswirkung hinein in
den Biologieunterricht an den Schulen.
Diese exzentrische Darstellung wird aber nur von wenigen Wissenschaftlern vertreten. Namhafte Natur-
wissenschaftler und Physiker ließen sich nämlich das Hintertürchen der Schöpfereinflussnahme offen.
Albert Einstein bekennt, dass "Er" (Gott) die Welt geschaffen hat; das Streben der Wissenschaftler be-
steht darin, diesen Plan zu finden und lesen zu lernen.
Die Physiker erkannten, dass sich die Natur keinesfalls zwangsläufig nach Naturgesetzen richten
muss. Dies ist zwar kein Beweis, aber ein Indiz für einen Lenker. Und so folgerte auch Isaac Newton:
Die Ordnung und die Schönheit der Erde stammt von Gott und dieser greift von Zeit zu Zeit ein, weil
sonst die Welt im Chaos versinken würde.
Sogar Charles Darwin, der in seinem Buch "Entstehung der Arten" am Beispiel des menschlichen
Auges das Zufallsprinzip der Entstehung in Zweifel stellt.
Wissenschaftler können auf viele Fragen zur Evolutionstheorie keine Antworten geben. Die Erforschung
der Entstehung der Baupläne unseres Lebens und der biomolekularen Mikromaschinen einer Zelle
(Makroevolution) ist heute rätselhafter als je zuvor.
Mit der Akzeptanz Gottes als Schöpfer bekommt das individuelle Leben erst eine geistige Dimension,
einen Sinn. Mit dem Glauben an Gott verbindet sich auch der Glaube an Wunder. Jeder der daran
glaubt, dass sein Gebet erhört wird, ist überzeugt, dass Gott auf wunderbare Weise in seine Ge-
schicke einzugreifen vermag.
In den USA ist es eine neue Bewegung <Intellegent Design> (ID), die mit breiter Front den Kampf
gegen die Evolutionstheorie aufnimmt. Im Kernsatz ist das Leben aufgrund seiner komplexen Vielfalt
auf einen Designer (Schöpfer) zurückzuführen. Einer Weiterentwicklung auf der Ebene der Mikro-
evolution wird zugestanden, eine evolutionäre Höherentwicklung (z. B. Gehirn, Auge) wird aber strikt
abgelehnt.
Hans Sponsel




Globalisierung und Ethik

Unter dem Begriff Globalisierung verbirgt sich ein verstricktes Netzwerk verschiedenster Einflüsse
wie Wirtschaftsform, Staatsform, Finanzsystem, Religion, Umweltpolitik, Nachhaltigkeit, Menschen-
recht, Solidarität, Moral und Ethik.
Die Globalisierung begann spätestens schon im Mittelalter, als mit Entdeckung aller Kontinente über
den Seeweg bereits weltweiter Handel rund um den Erdball betrieben wurde. Erhielt die internationale
Industriealisierung und der Handel durch die beiden Weltkriege zwischenzeitlich einen derben Rück-
schlag, so schritt die technische Revolution in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts um so
rasanter voran. Handelshemmnisse werden nun beseitigt und ein internationales Finanzsystem,
welches von den reichen Industriestaaten dominiert wird, lässt die Schere zwischen Arm und Reich
national und international immer weiter aufklaffen. Ausgebeutet und mit Zinsbelastungen hoch ver-
schuldet, zudem einem skrupellosen Preisdumping ausgeliefert, ist die Bevölkerung der Dritten Welt
nur ein Spielball der Großmächte. Egoismus und Vorteilsdenken stehen über dem gerechten Ausgleich.

Während eine Soziale Marktwirtschaft auf dem Fundament des sozialen Ausgleichs steht, entfallen
dagegen bei der neoliberalen Marktwirtschaft diese sozialen Regularien. In der Kapitalwirtschaft zählt
vorrangig die Rendite und das Hoch des Aktienkurses. Arbeitsverlagerungen und Entlassungen zur
Gewinnmaximierung stürzen Familien an den Rand des sozialen Abgrundes.
Im Bing-Bong-Spiel des Kredit- Inmobilien- und Aktienspekualionsgeschäftes sind Einzelinteressen
nicht mehr steuerbar. Die maßlose Ausbeutung unserer Erde nach ihren Rohstoffen und eine immer
hemmungsloser auftretente Konsumgesesllschaft verursachen nicht mehr reparable Umweltschäden.
Wie ein Hohn klingen die Nachhaltigkeitsbeteuerungen, wenn wir die prognostizierten Kosten von
1 Billion Euro zur Kompensation von Umweltschäden unseren Kindern und Enkeln aufbürden.
Mitbestimmung, Mindestlöhne und soziale Gerechtigkeit sind für die Verfechter der grenzenlosen Markt-
wirtschaft ein lästiger Klotz. Privatisierungen sind progressiv Gewinn orientiert; sie erweisen sich auch
als flexibel, doch lassen sie die soziale Ausgeglichenheit eines staatlichen Monopols vermissen.
Aktuelles Beispiel hierzu sind in Deutschland zum Leid von Millionen Menschen die Privatisierung der
Energieversorgung und der Arbeitsvermittlung.
Aufwärtsstrebende Industrienationen versuchen, sich durch frappierende Menschenrechtsverletzungen,
z.B. Kinderarbeit, oder durch Missachtung von Umweltverordungen einen Vorteil zu verschaffen.
WTO (World trade Organisation) und der G8-Gipfel sind um einen Konsens zwar bemüht, doch letztlich
hängt unabhängig von Staats- und Wirtschaftsform das Gelingen eines friedlichen, fairen und gerechten
Miteinanders von der Moral des Einzelnen ab: Achtung vor Gott und seiner Schöpfung, Liebe zu den
Mitmenschen, Hilfsbereitschaft für die Armen und Schwachen.
Hans Sponsel





Druckbare Version